1937 Perfektion und Zerstörung

2007

 

1937 wurde in München die Wanderausstellung „Entartete Kunst“ mit über einhundert aus öffentlichen Sammlungen verbannten Künstlern eröffnet. In der Sowjetunion wurde im gleichen Jahr hunderttausendfach mit einer „Entlarvung“ von „Spionen“ begonnen.
Auch Stalin hatte zuvor die russische Avantgardekunst aus den Museen entfernt. Nach dem Militärputsch General Francos 1936 rüstete sich Spanien ebenfalls gegen die Moderne. In der Kunstgeschichte steht das Jahr 1937 für den Beginn eines Alptraums der Plünderung und Zerstörung. Die Kunst wird aufgrund der erzwungenen Migration nahezu schlagartig international. Viele Künstler überdenken vor dem heraufziehenden Weltkrieg die Wirkung ihrer Formen.

Für den Herbst 2007 erarbeitet die Kunsthalle Bielefeld eine Synopse dieser gänzlich zerrissenen, auf das große Morden wartenden Zeit.

Hinter dem Titel „Perfektion und Zerstörung“ verbergen sich die friedvollen Positionen von Schweizer Konstruktivisten und der Gruppe "Cercle et Carré". Gegen die Zerstörung schufen bekannte Künstlerpersönlichkeiten wie Max Beckmann, Marc Chagall, Salvador Dalí, Max Ernst, Pablo Picasso, René Magritte oder Joan Miró ihre eindrucksvollen Kunstdenkmäler. Mehr als einhundert namhafte Künstler haben durch die Gefahren, die von den faschistisch geprägten Ländern Europas ausgingen, die Kunst der 1930er Jahre auf eine kaum gesehene Weise geprägt. Die Ausstellung wird in großem Umfang von der Kunststiftung NRW gefördert. Es erscheint ein Handbuch, das die Künstlerbeiträge und –strömungen des erschütternden Jahres mit wichtigen Text- und Bildbeiträgen dokumentiert.

Apollo und Daphne 1936 Öl auf Leinwand 146 x 113,6 cm

Kunsthalle

Bielefeld


30.09.2007 bis 13.01.2008