40 Jahre Kunsthandlung Osper

2011

 

Feiertag 1927




unten

Aufbruch 1933 Aquarell/Gouache


F







                Gisèle Räderscheidt


"26 Jahre " Ein stolzer Zeitraum für unsere Zusammenarbeit, das in einer Zeit in der die Scheidungen schon vor den Hochzeiten Stattfinden!

Ich erinnere unser erstes Zusammentreffen in den 80igern beruhte auf einer Suche nach Motiven die das Gebäude der Stadtsparkasse darstellten und durch glückliche Fügung hatte Anton für den Architekten eine ganze Serie gemalt. Du fragtest nach mehr es folgte ein Besuch im Atelier und die Vielfalt der Werke hat das Feuer für Räderscheidt in dir entfacht. Es war eine Leidenschaft für Anton Räderscheidt die du euphorisch in den Kreis deiner Freunde und Kunden getragen hast.  Viele große Privatsammlungen, wie die Sammlung Heinrich Becker mit mehr als 140 Werken aber auch die Banken und Versicherungen wurden durch dein Engagement zu Besitzern hervorragender Bilder.

Dein Meisterstück aber vollbrachtest du als der 100. Geburtstag von Anton Räderscheidt anstand und die Stadt Köln verlegen um Mittel und Veranstaltungsort den Termin vergessen wollte. Nicht mit Knut Osper, in wenigen Wochen schuf er mit Hilfe von Heinrich Becker und Prof.  Adi Klein einen Förderkreis "Anton Räderscheidt", der sich aus führenden Kölner Bürgern, Industrie- und Bankvorständen zusammengesetzte und mehrere 100 Tausende zusammentrug um eine fulminante Ausstellung in der Kunsthalle zu veranstalten die noch Heute in der Erinnerung der Kölner lebt.

1995 trat mit meinem Sohn Pascal Räderscheidt ein neuer Elan in die wohlgeführte Gemeinschaft, mit Hilfe dieser familiären Auffrischung wurden durch dich grandiose Ausstellungen veranstaltet, zu Erinnern sei die Ausstellung Abstrakte Kunst 1995 mit dem durch deine Frau Tina professionell gestalteten Katalog, die ein voller Erfolg wurde.  Im Jahr 2000 "Malerei und Zeichnung" - 2002 "Spätwerk Gouachen" - 2005 "Kunst der Exilzeit 1936-1949"

2007 "Werksübersicht" und 2009 die einfühlsame Ausstellung "Grenzgänger" in der durch die Erfolge jahrelanger Suche durch Pascal Räderscheidt, verloren geglaubte Werke der Vorkriegsjahre gezeigt werden konnten von denen 2 in Museen vermittelt werden konnten.

Auch dieses Jubiläum gibt es hier zu feiern, eine Exklusive Zusammenarbeit über diesen langen Zeitraum basierend auf einem Handschlag und das gesprochene Wort.

So wohl bestellt ist unsere Sache "Anton Räderscheidt" das ich 2005 die Fackel ganz meinen Sohn übergeben habe, aber mit Rat und Herzen immer dabei bleibe.


Gisèle Räderscheidt  im Februar 2011

















„Feiertag“ heißt das Bild, eine Tuschezeichnung auf Papier. Es zeigt den jungen Anton Räderscheidt, das Selbstporträt stammt aus dem Jahr 1927. Der fesche junge Mann trägt einen Hut, und wenn’s noch klappt, wird diese Kopfbedeckung zur Ausstellungseröffnung „Meisterwerke des 20. Jahrhunderts“ in der Galerie Osper zu sehen sein.

Denn dort ist auch ein Feiertag, 40 Jahre besteht die Kunsthandlung in der Pfeilstraße 29. „Vor 40 Jahren war das hier eine Katastrophe“, erinnert sich Knut Osper an die Zeit, als in der benachbarten Kleinen Brinkgasse noch der Puff war. Abgeschreckt hat es ihn nicht. Er hatte in einer Zeitschrift gelesen, dass eine 1911 gegründete Kunsthandlung zum Verkauf stand. Er griff zu mit Hilfe einer Bürgschaft seines Vaters. Heute zählt die Pfeilstraße zu den interessantesten Einkaufsstraßen Kölns.

Osper stammt aus einer Bocholter Kaufmannsfamilie, aber „Köln ist meine Stadt“. Hier sei man den Menschen näher als beispielsweise in Hamburg. Und Berlin? „Es macht keinen Sinn, nach Berlin zu gehen. Hier in Köln und im Rheinland ist so viel Kaufkraft.“ Knut Osper selbst ist kein Künstler, die Techniken aber beherrscht er. Als Junge hat er bei einem befreundeten Künstler Radierungen abgezogen, vom Lohn kaufte er sich ein Mofa. Radierung, Lithographie, Guss, alles hat er in Werkstätten gelernt. Sollte ihm ein Künstler bei einem unsauberen Abzug was von „Das ist nun mal so“ erzählen, kann er auf wenig Verständnis hoffen.

Die Ausstellung zum Jubiläum soll einen Querschnitt durchs Programm bieten, einerseits die Klassische Moderne mit Werken u.a. von Max Liebermann, Max Pechstein, dazu Arbeiten von Gerhard Richter,Markus Lüpertz, Jörg Immendorff und A. R. Penck, aber auch einen Ausblick wagen, etwa mit den Künstlern der Galerie.

Und natürlich Anton Räderscheidt, dessen Nachlass Osper seit 26 Jahren verwaltet. Damals lernte Osper RäderscheidtsWitwe Gisèle kennen, die sich in einem Grußwort im Katalog zum 40-Jährigen für die „exklusive Zusammenarbeit über diesen langen Zeitraum, basierend auf einem Handschlag und das gesprochene Wort“ bedankt. Sein „Meisterstück“ sei es gewesen, mit Hilfe von Privatsammlern, Industrie-und Bankvorständen eine Ausstellung zum 100. Geburtstag Anton Räderscheidts zu veranstalten.






„Der Orginal Hut“ von 1924


Die Stadt Köln, „verlegen um Mittel und Veranstaltungsort“, habe „den Termin vergessen wollen“. Weil er sich ärgerte, dass die Stadt jungen Künstlern keinen Raum für Ausstellungen bereit stellte, hat Knut Osper vor fünf Jahren den Projektraum Knut Osper eröffnet, die Räume in der Großen Brinkgasse waren zuvor das Hauptlager. Hier fördern er und sein Team junge Leute. „Ich weiß noch, wie ich dem Daniel Sigloch den ersten Scheck überreicht habe“, erinnert sich Osper an einen seiner Schützlinge.

Am 8. April eröffnet eben jener im Projektraum schon seine zweite Einzelausstellung. Zum Jubiläum der Kunsthandlung ist vor dem Haus die Skulptur „Freunde“ von Hannes Helmke installiert worden. Das wird ein kleines Spektakel für die Nachbarn und „ein Beitrag zur Verschönerung der Straße“.


Kölner Stadtanzeiger vom 25.März 2011 von Susanne Kreitz

Knut Osper in der Räderscheidt Lounge

Anton 1930

Paloma 1945

Öl auf Leinwand





























































                  

Serie aus Figuren

1956 und 1957


Aquarell/Gouache